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FAZ vom 5. April
Die vorerst letzte Zusage erreichte Veranstalter Bernd Moos-Achenbach am Mittwoch um 9 Uhr, nun steht auch das dänische CSC-Team von Bjarne Riis beim 45. Radklassiker „Rund um den Henninger-Turm“ am 1. Mai an der Startlinie.


Die FAZ schreibt: 

Radsport
Weltklassefeld bei „Rund um den Henninger-Turm“
Von Uwe Martin

Zu Gast am Henninger-Turm: Erik Zabel

05. April 2006 
Die vorerst letzte Zusage erreichte Veranstalter Bernd Moos-Achenbach am Mittwoch um 9 Uhr, nun steht auch das dänische CSC-Team von Bjarne Riis beim 45. Radklassiker „Rund um den Henninger-Turm“ am 1. Mai an der Startlinie. Wie schon im vergangenen Jahr hat das bedeutendste Radrennen in Deutschland keinen ProTour-Status, gehört also - rein formal - nicht in die Liga der weltweit führenden Veranstaltungen.

Aber eben nur formal. Die Realität sieht anders aus. Daß der Radsport-Weltverband (UCI) mit Frankfurt so seine Schwierigkeiten hat, ist beinahe ebenso Tradition wie die Veranstaltung selbst. Man hat sich fast schon gewöhnt daran, bei Moos-Achenbach füllt der Schriftverkehr mit der UCI mittlerweile drei Aktenordner, doch der große Aufreger ist das Thema nicht mehr.

Denn die Bedeutung von „Rund um den Henninger-Turm“ erschließt sich anders. Natürlich durch die gewachsenen Strukturen, durch die Qualität der Mannschaften und durch die öffentliche Resonanz. Und wenn in knapp vier Wochen um 11.20 Uhr der Startschuß fällt, werden für mehr als vier Stunden wieder 1,5 Millionen Zuschauer der Faszination Radsport in Frankfurt erliegen.

Zabel: „Wir ziehen an einem Strang“

Die wichtigsten Zahlen vorneweg: 190,2 Kilometer, bislang zwanzig Mannschaften, gegliedert in acht ProTour-, zehn Professional Continental- und zwei Continental-Teams, am Streckenrand informieren fünf sogenannte BiggAirCubes (zwischen 12 und 24 Quadratmeter große Tageslichtprojektoren) über das Renngeschehen, und natürlich sind die deutschen Vorzeigemannschaften von T-Mobile, Gerolsteiner sowie Milram dabei. Hinzu kommen das niederländische Team Rabobank, die Equipe Phonak Hearing Systems (Schweiz), Liquigas (Italien), Davitamon-Lotto (Belgien) und CSC aus der ersten Kategorie.

Das Werben um die Besten war also wieder einmal erfolgreich. Doch wer soll es aus deutscher Sicht richten? Vorjahressieger Erik Zabel, in Frankfurt bereits dreimal Sieger? Ausgeschlossen ist auch nicht, daß mit Alessandro Petacchi auch der zweite Milram-Kapitän starten wird. „Wir ziehen an einem Strang“, sagt Zabel vor dem Frühklassiker im Rhein-Main-Gebiet. Milram-Teammanager Gerry van Gerwen jedenfalls versichert: „Wir starten mit der bestmöglichen Mannschaft.“ Acht Saisonsiege hat die neu gegründete Mannschaft bereits geholt. Und neben den Stars Zabel und Petacchi überzeugte auch Christian Knees aus Bonn.

Gute Stimmung bei Milram, gute Stimmung auch bei Gerolsteiner. Sechs Saisonsiege konnte Teamchef Hans-Michael Holcer bereits verbuchen, und speziell für Frankfurt hat sich der 25 Jahre alte Fabian Wegmann viel vorgenommen. Wegmann hat kürzlich den Grand Prix Miguel Indurain gewonnen, über die Qualitäten seines Teamkollegen Davide Rebellin (Sieger 2003) müssen keine großen Worte verloren werden.

Sinkewitz: „Es ist ja quasi mein Heimrennen“

Sicher ist: Gerolsteiner hat ein starkes Team. Und T-Mobile zunächst einmal viele verletzte Radprofis. Unter anderen Jan Ullrich, dessen Name bei der Pressekonferenz in Eppstein interessanterweise überhaupt kein Thema war. „Es wäre schön, wenn wir uns mit einem Sieg vom Druck befreien könnten“, sagt Rolf Aldag. Druck, der resultiert aus relativer Erfolglosigkeit in der bisherigen Saison.

Der frühere Radprofi Aldag, mittlerweile in die Kommunikationsabteilung von T-Mobile gewechselt, hat zumindest einen positiven Aspekt gefunden: „Auf den Straßen beim Henninger-Turm-Rennen mußt du nicht dein Leben riskieren, um zu gewinnen.“ Im PR-Deutsch gibt es eine schöne Formulierung, wenn es darum geht, nicht gerade rosige Aussichten blumig an die Kundschaft zu bringen.

„Ein Wörtchen mitreden“, heißt es dann. Diese Einschätzung trifft auf das runderneuerte Team von T-Mobile zu. Und insbesondere für Zugang Patrik Sinkewitz ist der Stellenwert des deutschen Frühjahrsklassikers gewaltig. „Es ist ja quasi mein Heimrennen“, sagt der Mann aus Künzell. „Als Hesse möchte ich hier schon einmal gewinnen.“