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Für Patrik Sinkewitz (25) ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Seit 1. Januar steht der Radprofi aus Künzell bei Fulda beim deutschen Vorzeigeradrennstall T-Mobile unter Vertrag. Im Dezember gehörte der Deutschland-Tour-Sieger von 2004 bereits der Trainingsgruppe von Jan Ullrich an, die unter südafrikanischer Sonne ihre Grundlagenausdauer verbesserte, seit Anfang Januar hat er auf Mallorca Quartier bezogen.
FR: Wie geht's?
Patrik Sinkewitz: Wieder besser.
Sie sind mit einer Verletzung ins neue Jahr gestartet.
Richtig. Eine Bänder- und Sehnenreizung im rechten Knie hat mich erst einmal lahmgelegt. In den vergangenen Wochen wurde ich aber sehr gut behandelt. Ich bin zwar noch nicht wieder hundertprozentig in Ordnung. Aber seit Sonntag trainiere ich wieder normal.
Das frustriert.
Ich bin jetzt 25 Jahre alt und hatte noch nie einen Ausfall. Ich war noch nie verletzt, höchstens mal einen Tag wegen einer Erkältung habe ich nur eingeschränkt trainieren können. Und dann so was. Ich komme am 1. Januar nach Mallorca und stelle am 2. Januar fest, dass ich überhaupt nicht trainieren kann. Fünf Tage später kommen die anderen Fahrer, das Trainingslager beginnt. Ich sehe jeden Morgen um zehn die Gruppen losfahren, und ich stehe da und mache Wassergymnastik. Das ist natürlich nicht die Erfüllung.
Ihr Strahlen haben Sie sich aber bewahrt.
Jetzt geht's mir ja auch schon wieder besser. Schließlich bin ich nicht der erste Fahrer, der solche Probleme hat. Da werden aus einer Woche schnell mal zwei Monate Pause.
Wie konnte das passieren?
Ich habe beim Krafttraining wohl etwas übertrieben. Mein Fehler war, ich habe die Schmerzen im Knie zwar gespürt, aber in den ersten drei Tagen ignoriert. Ich dachte mir, ich krieg' sowas nicht, bin weiter und weiter gefahren. Aber dadurch wurde es natürlich nicht besser.
Da war wohl einer etwas übermotiviert? Der neue Arbeitgeber, das neue Umfeld...
...mit meinem neuen Arbeitgeber hat das nichts zu tun. Mir fehlte einfach die Erfahrung mit Verletzungen. Ich habe mir die Verletzung einfach ausgeredet - bis ich überhaupt nicht mehr fahren konnte.
Jetzt fahren Sie wieder. Und scheinen rundum glücklich zu sein.
Das neue Team ist prima. Hier ist alles noch mal eine Nummer größer. Mir gefällt es hier.
Klingt, als seien Sie nach fünf Profi-Jahren bei Quick-Step und Mapei beruflich wie sportlich angekommen.
Ich denke schon.
War der Schritt von einem belgischen Team zu T-Mobile wirklich so groß?
Man kann die beiden Mannschaften überhaupt nicht vergleichen. Vor allem was die Organisation betrifft. Bei T-Mobile ist einfach alles perfekt. Hier wird bis ins kleinste Detail einfach an alles gedacht. Einfach toll.
Wann werden Sie in die Saison einsteigen?
Wie geplant, Mitte Februar bei der Algarve-Rundfahrt.
Ihr sportliches Ziel lautet Tour de France, Ihr privates ein neues Haus.
Auf jeden Fall. Sportlich ist die Tour-Teilnahme für mich die größte Herausforderung. Das Haus wird hingegen so oder so fertig...
Dem Vernehmen nach am 1. Mai...
...so ist der Plan.
Erst den Klassiker Rund um den Henninger-Turm gewinnen und dann mit den Teamkollegen das neue Haus in Künzell einweihen.
Das wäre natürlich das Größte für mich. Rund um den Henninger-Turm ist das deutsche Traditionsrennen schlechthin, und als Hesse möchte ich das schon gerne einmal gewinnen. Die Motivation ist groß.
Und wer kümmert sich während Ihrer vielen Dienstreisen um den Bau?
Ich verlasse mich da ganz auf meine Freundin, auf meine Mutter und auf den Architekten.
Sie kümmern sich also ums Geld, die anderen geben es aus.
So ist es - und das ist auch gut so.
Interview: Jörg Hanau (Cala d'Or) |