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01.05.07 - Suuuuuper: Patrik gewinnt bei Rund um den Henninger Turm
Riesen-Erfolg für Patrik: Er hat das Rennen „Rund um den Henninger Turm“ gewonnen. Nach einem spektakulären Ausreißversuch in einer Gruppe setzte er sich 900 Meter vor dem Ziel endgültig ab. Zweiter des ursprünglichen Spitzentrios wurde der Norweger Kurt Asle-Arvesen vor dem Italiener Dario Cataldo (Liquigas). Das geschlagene Hauptfeld erreichte rund eine Minute später das Ziel. Patrik feierte neben dem Gesamtsieg bei der Deutschland-Tour 2004 seinen größten Karriere-Triumph.  „Ich freue mich natürlich riesig. Mein Ziel war es einmal im Leben hier, bei meinem Heimrennen, zu gewinnen und das habe ich heute geschafft“, sagte Patrik. Dabei wusste er gar nicht, dass er beim Überfahren der Zillinie gewonnen hatte.  „Ich war mir gar nicht sicher, ob ich noch eine Runde fahren muss. Ich wusste erst, dass ich gewonnen habe, als unser Physiotherapeut Stopp gerufen hat“, so Patrik weiter.
Pünktlich um10:43 Uhr wurden die 192 Akteure durch den Startschuss von Ministerpräsident Roland Koch auf den Weg geschickt. Bei strahlendem Sonnenschein über rund einer Million Fans an der Strecke ließen die Attacken nicht lange auf sich warten. Hinter dem Anstieg zum Schulberg nach 20 km bildete sich eine zehn Fahrer starke Spitzengruppe um den Schweden Magnus Backstedt (Liquigas).
Schon bei km 45 war in dem 860 m hohen Feldberg das "Dach" des Traditionsrennens der zweithöchsten UCI-Kategorie 1.HC erreicht. Hier war der Vorsprung der Ausreißer mit gut vier Minuten allerdings noch überschaubar. Trotzdem lehnte sich das T-Mobile Team beim deutschen "Heimspiel" nicht zurück und nahm in Person von Patrik die Verfolgung auf: Er und zwei weitere Profis machten entschlossen Jagd auf die Ausreißer.
Mit Erfolg: Noch vor der zweiten Passage der Billtalhöhe rund 80 km vor dem Ziel hatten Patrik & Co. die Spitzenreiter um Backstedt eingeholt. Der T-Mobile-Profi verschaffte seiner Mannschaft den taktischen Vorteil, nicht mehr die anstrengende Nachführarbeit im Hauptfeld mit den Sprintern verrichten zu müssen.
"Das ist eine gute Situation: Wir zwingen Gerolsteiner und Milram so, hinten die Arbeit zu machen", erklärte Sportdirektor Rolf Aldag schon während des Rennens. "Patrik ist bei diesem Rennen besonders motiviert. Aber für den Sieg wird er sicherlich auch noch Glück brauchen, weil der Abstand nicht groß ist. Ansonsten haben wir auch noch Gerald Ciolek für einen Sprint mit dabei."
Das große Peloton hatte dabei noch gut drei Minuten Rückstand - und die Ruhe weg: Dort wartete man offenbar die zweite und letzte Absolvierung des Anstieges am Mammolshainer Berg ab, um wichtige Körner fürs Finale zu sparen. Die bis zu 22 Prozent steile Rampe hatte in den letzten Jahren des öfteren für eine Vorentscheidung zu Gunsten von Ausreißern gesorgt.
Die mittlerweile nur noch acht Flüchtlinge indes versuchten, möglichst gut zusammen zu arbeiten, um die Top-Sprinter um Petacchi, Ciolek & Co. auf Abstand zu halten. Nach der letzten Mammolshainer-Passage - als letzter Bergwertung des harten Tages 40 km vor dem Ziel - übernahm die Milram-Mannschaft doch noch die Tempoarbeit im Feld. Die beiden einheimischen Rennställe Gerolsteiner und Wiesenhof-Felt sowie Unibet (für Baden Cooke) ergänzten den hellblauen Express und drückten den Rückstand unter zwei Minuten.
Die Arbeit im starken Wind kam zu spät: Auf den drei Schlussrunden gelang der erhoffte Zusammenschluss nicht mehr. Zwar hatten in der ersten Runde zwei Fahrer kleinerer Team noch den Anschluss geschafft, während Patrik als weniger sprintstarker Fahrer bewusst auf Führungsarbeit verzichtet hatte. Nach der ersten Zielpassage setzte der hessische "Lokalmatador" dann alles auf einer Karte und lancierte einen Angriff.
Nur Jungprofi Dario Cataldo und der Norweger Kurt Asle-Arvesen konnten Sinkewitz' Antritt zwischenzeitlich folgen. Aber auf der Darmstädter Landstraße, der breiten Zielgerade, mobilisierte der Künzeller 900 Meter vor dem Zielstrich seiner letzten Reserven und überquerte im tosenden Jubel der zahlreichen Fans die Linie.